„Die Idee des Kollegiums ist super“: Interview mit Dr. Magdalena Stasieczek-Górna

Heute spreche ich mit Frau Magister Magdalena Stasieczek-Górna, die eine Polnischlehrerin an unserem Kolleg ist. Es ist strahlender, heller Tag. Wir sitzen am Patio.

K.R. Frau Górna, ich habe erfahren, dass Sie Glottodidaktik studiert haben. Könnten Sie etwas mehr darüber erzählen?

M.S.G. Zuerst habe ich Journalismus und Slawistik studiert. Dann habe ich mich entschieden, eine zusätzliche Ausbildung in Glottodidaktik zu machen. Es handelt sich um die Sprache als Fremdsprache für Ausländer,  nicht nur um die Kultur, sondern eher um die praktische Fähigkeit, eine Sprache zu verwenden.

K.R. Sie haben auch an der Uni Wien Vorlesungen gehalten. Bevorzugen Sie mit  Kindern oder mit Erwachsenen zu arbeiten?

M.S.G. Ich bevorzuge es, mit Erwachsenen zu arbeiten. In Wien habe ich Vorträge im Rahmen des Projekts „Erasmus“ gehalten, das hat eine Woche gedauert. Ich war sehr zufrieden mit der Arbeit mit den Studenten.

K.R.    Was ich auch interessant finde, sind Ihre Workshops unter dem Titel: „Die polnische Sprache und die polnische Kultur in populärer Musik“. Interessieren Sie sich auch für Musik? Haben Sie vielleicht eine musische Ausbildung?

M.S.G Musik begleitet mich zwar ständig im Leben, aber ich habe keine entsprechende Ausbildung. Ich konzentriere mich auf den Text und den bespreche ich mit meinen Studenten. Dazu wähle ich solche Lieder, die wichtig für die polnische Kultur und Geschichte sind. Immer erzähle ich etwas vorher über die Lieder, damit die Studierenden wissen, was sie eigentlich hören, und was das für die Polen bedeutet.

K.R.    Was halten Sie von dem Niveau der Sprache in der Popmusik?

M.S.G. Leider muss ich sagen, dass das Niveau der gegenwärtigen Texte im Vergleich zu den vergangenen Jahren immer niedriger wird.  Es scheint mir, dass es sich heute in der Musikindustrie nur ums Geld dreht. Jedoch verwende ich in meinen Vorlesungen auch moderne Texte. Manchmal einfach, um ein bisschen Spaß zu haben. Was mir gefällt, ist die Einstellung der Österreicher zu Pop-Musik.  Sie sind  offen und reagieren sehr spontan.

K.R.    Wie gefällt Ihnen das diesjährige Kolleg?

M.S.G. Die Idee des Kollegs finde ich super. Ich glaube, sowohl Polen als auch Österreicher können hier viel lernen. Man schließt Bekanntschaften, die wahrscheinlich viel länger als der Aufenthalt in Kiekrz dauern werden. Jetzt fühle ich mich schon ein bisschen müde, aber ich will mit voller Leidenschaft bis zum Ende an dem Kolleg teilnehmen.

 

Das Interview wurde von Karina Rutkowska geführt.

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